Wie ich Aktien analysiere und bewerte


Jeder muss sich sein eigenes Vorgehen beim Analysieren und Bewerten von Aktien erarbeiten, mit dem er sich dann auch wohlfühlt. Bewertungsmethoden eins zu eins von anderen Investoren zu kopieren funktioniert in der Regel nicht, da jeder Mensch anders denkt und damit auch aus Informationen andere Schlüsse zieht. Es ist aber durchaus vernünftig sich möglichst viele andere Strategien anzuschauen, von diesen zu lernen und gegebenenfalls einzelne Punkte zu übernehmen und andere Punkte gezielt nicht zu übernehmen.


Hier habe ich für euch ein Excel-Tool erstellt, welches beim Analysieren und Bewerten von Aktien helfen kann:

Download
Tool-Aktien-bewerten_2021-11-25.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 415.3 KB

Mein grundsätzliches Vorgehen beim Analysieren und Bewerten von Unternehmen/Aktien habe ich in folgenden drei Videos ausführlich erläutert.

1. Aufteilung von Aktien in die drei Kategorien "Qualität", "Value" und "Wachstum" und Erläuterung der Kategorie "Qualität".

2. Erläuterung der Kategorien "Value" und "Wachstum".

3. Nähere Erläuterungen zu den ersten beiden Videos dieser Mini-Serie.

Wichtig: Modelle zum Bewerten von Aktien sollten niemals blind verwendet werden. Das eigenständige Denken ist beim Investieren ein wichtiger Faktor, weshalb Modellergebnisse immer kritisch hinterfragt werden sollten.


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Kommentare: 5
  • #1

    Joshua (Montag, 04 Oktober 2021 20:01)

    Hallo, danke für die Anregungungen im Aktien Analyse-Video 1, dieses ist leider nicht mehr auf Youtube zu finden. Ein Hinweis zu den Unternehmens Kriterien - für die Qualität eines Unternehmens ist (zusätzlich zu deinen Kriterien) für mich wichtig 1.wie sind die Umsätze Regional verteilt und 2. besitzt das Unternehmen nur ein Produkt/Dienstleistung oder steht es auf mehreren Beinen.

  • #2

    Benjamin Seith (Dienstag, 05 Oktober 2021 20:52)

    Hallo Joshua,
    ich kann noch alle 3 Videos der Videoreihe "Aktien richtig analysieren" auf YouTube finden. Hier (auf dieser Seite) funktionieren bei mir auch alle 3 Videos. Kannst du den Fehler bitte nochmal beschreiben?

    Jeder kann das Modell gerne für sich anpassen, wie er am besten damit zurecht kommt. Du kannst also gerne Bewertungskriterien hinzufügen. Es gibt schließlich nicht das eine richtige Modell. :-)

    Das Modell ist auch nicht sonderlich kompliziert, weshalb der Begriff "Modell" schon fast zu hoch gegriffen ist. Im Vergleich zu richtigen mathematischen Modellen ist das nicht einmal Kindergarten. :-)

    Bei Aktienanalysen ist aber nicht das Modell entscheidend, sondern die Fähigkeiten Daten zu interpretieren, langfristig zu denken und Geduld zu haben. Das Modell soll dabei nur eine (kleine) Hilfestellung leisten.

    Warren Buffett warnt nicht umsonst vor Leuten, welche einem sagen, dass ihr Modell so gut ist, dass man damit gute Gewinne erzielen kann.

  • #3

    Joshua (Dienstag, 05 Oktober 2021 22:30)

    Wenn ich deinen Youtube Kanal durchscrolle ist Teil 1 der Serie "Aktien Richtig Analysieren" nicht zu finden.
    Ich stimme Dir zu, Bewertungskennziffern gibt es wie Sand am Meer und vor lauter Zahlen kann man schnell den Überblick verlieren. Darum ist es wichtig die richtigen Fragen zu stellen und das Geschäftsmodell sowie die Zukunftsaussichten des Unternehmens zu verstehen.

  • #4

    Joshua (Mittwoch, 06 Oktober 2021 01:27)

    Der Unternehmensgewinn kann vom Management stark beeinflusst werden, darum ist das KGV ohne vorherige Analyse der G&V nicht geeignet. Das ist mein Kritikpunkt an deiner schlüssigen Ermittlung des fairen KGV. Der vom Management ausgewiesene Gewinn und damit das KGV ist oft kein Qualitätskriterium das zur Kaufentscheidung verwendet werden sollte. Der Cashflow kann weniger beeinflusst werden und ist damit der bessere Wert für einen Vergleich.

  • #5

    Benjamin Seith (Donnerstag, 07 Oktober 2021 21:11)

    Hallo Joshua,

    ich kann den ersten Teil auf meinem YouTube-Kanal finden. Das ist mein 6. Video gewesen.

    Ja, das KGV sollte man nicht einfach blind verwenden. Dazu habe ich hier auch ein Video gemacht: https://youtu.be/wJOiFoJchnE
    Auch meine neuste Analyse ist ein hervorragendes Beispiel, dass man beim KGV aufpassen muss: https://youtu.be/QT-RbL4PBWI

    Der Cashflow hat zwar den großen Vorteil, dass hier nur die tatsächlichen Zahlungsströme zu finden sind, aber auch dabei muss man aufpassen. Hier mal zwei Beispiele (es gibt aber natürlich noch zahlreiche andere):

    1. Ein Unternehmen, welches Produkte kauft, hat neue Standorte eröffnet und musste dafür in einem Jahr höhere Investitionen tätigen und auch viel Geld für neue Lagerbestände ausgeben. Das drückt den Cashflow, sodass der Free Cashflow dadurch sogar negativ werden kann. Allerdings können durch die Expansion die zukünftigen Cashflows viel höher ausfallen, was man hier berücksichtigen muss. Der negative Free Cashflow muss also nicht unbedingt schlecht sein.

    2. Ein Unternehmen hat viele Jahre hintereinander hohe Free Cashflows, muss aber alle 10 Jahre ihre teuren Produktionsmaschinen erneuern. Wenn man das nicht weiß, denkt man, dass die hohen Free Cashflows wunderbar sind und das Unternehmen günstig bewertet. Wenn aber alle 10 Jahre ein Großteil dieser Free Cashflows in einem einzigen Jahr wieder vernichtet werden, weil die Maschinen so teuer sind, nützen die 9 guten Jahre dem Aktionär nur sehr wenig.


    Viele Grüße
    Benjamin